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Fünf ETF-Sparplan-Fehler, die mich 8.000 Euro gekostet haben

Daniel Fischer 5 Min Lesezeit

2016 habe ich meinen ersten ETF-Sparplan gestartet. Ich dachte, ich wäre schlau. Sieben Jahre später hatte ich zwar 40.000 Euro angespart, aber durch vermeidbare Fehler etwa 8.000 Euro Rendite verschenkt. Hier sind die Fehler im Detail.

Schritt 1: Ich habe zu lange mit aktivem Management verglichen

Die ersten 18 Monate habe ich parallel 200 Euro in einen aktiv gemanagten Fonds und 200 Euro in den MSCI World ETF investiert. Ich wollte "sicher sein", dass ETFs wirklich besser sind.

Ergebnis nach 18 Monaten: Der aktive Fonds hatte 1,8% TER (Gesamtkostenquote) und lag bei 4,2% Rendite. Der ETF mit 0,2% TER lag bei 6,8%. Ich hatte 3.600 Euro im teuren Fonds, die mir 2,6% Rendite entgangen waren – etwa 94 Euro.

Die Lektion: Vergleichen kostet Geld. Triff eine Entscheidung basierend auf Daten, nicht auf Gefühl.

Schritt 2: Ich habe zu viele ETFs gekauft

2017 hatte ich plötzlich acht verschiedene ETFs im Depot. MSCI World, S&P 500, Emerging Markets, Europa, Small Caps, Dividenden-ETF, Technologie, Nachhaltigkeit. Ich dachte, das wäre Diversifikation.

Tatsächlich habe ich damit nur die Überschneidungen maximiert. Apple war in fünf meiner ETFs. Microsoft in vier. Meine echte Diversifikation war geringer als mit einem einzigen World-ETF.

Plus: Acht Sparpläne bedeuteten acht Ausführungsgebühren. Bei meiner damaligen Bank 1,50 Euro pro Ausführung. Das waren 144 Euro jährlich für nichts. Heute habe ich zwei ETFs: 70% MSCI World, 30% Emerging Markets.

Schritt 3: Ich habe während Crashs pausiert

März 2020, Corona-Crash. Mein Depot war plötzlich 8.400 Euro im Minus. Ich habe sofort den Sparplan pausiert. "Warte, bis sich die Märkte erholen", dachte ich.

Das war der teuerste Fehler. In den drei Monaten von März bis Mai 2020 hätte ich für meine 400 Euro monatlich Anteile zu Tiefstpreisen bekommen. Stattdessen habe ich erst im August wieder eingestiegen – bei bereits erholten Kursen.

Rechnung: Die 1.200 Euro, die ich in diesen drei Monaten nicht investiert habe, wären heute etwa 2.100 Euro wert. Durch die Pause habe ich 900 Euro Rendite verschenkt.

Schritt 4: Ich habe den Sparplan nicht automatisiert

Die ersten zwei Jahre habe ich den Sparplan manuell jeden Monat ausgeführt. Manchmal am 5., manchmal am 20., einmal habe ich einen Monat komplett vergessen.

Das Problem: Timing. Bei manueller Ausführung wartest du unbewusst auf "gute" Momente. Ich habe statistisch gesehen eher nach positiven Nachrichten gekauft als nach negativen. Das ist das Gegenteil von Cost-Average.

Seit 2019 läuft alles automatisch am 1. des Monats. Egal was passiert. Diese Disziplin hat mir etwa 1.200 Euro gebracht durch besseres durchschnittliches Timing.

Schritt 5: Ich habe Steuerfreibeträge verschenkt

Die ersten vier Jahre hatte ich keinen Freistellungsauftrag bei meiner Bank hinterlegt. Auf 1.400 Euro Kapitalerträge habe ich volle 26,375% Abgeltungssteuer gezahlt – 369 Euro.

Der Freibetrag liegt bei 1.000 Euro (damals 801 Euro). Ich hätte nur auf 400 Euro Steuern zahlen müssen – 105 Euro. Vier Jahre lang habe ich so etwa 1.000 Euro zu viel Steuern gezahlt.

Schritt 6: Setze Automatisierung über Optimierung

Der größte Lerneffekt: Ein unperfekter, aber konsequent durchgezogener Plan schlägt jeden optimal geplanten Plan, der nicht umgesetzt wird. Automatisiere alles, zweifle nichts an, halte durch.

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